Zahl des Monats  30 Millionen  März 2019 

30 Mio. Euro pro Jahr kos­tet die Gene­rikaun­ter­neh­men der lau­fen­de Unter­halt des Fäl­schungs­schutz­sys­tems für Arz­nei­mit­tel in den Niederlanden.

  • Die Kos­ten für regu­la­to­ri­sche Maß­nah­men, wie die Umset­zung der Fäl­schungs­schutz­richt­li­nie oder die immer umfäng­li­cher gefor­der­ten Envi­ron­men­tal Risk Assess­ments, stei­gen seit Jah­ren dra­ma­tisch. In den Nie­der­lan­den sol­len den Gene­rikaun­ter­neh­men daher die Auf­wen­dun­gen für den zusätz­li­chen Fäl­schungs­schutz nun erstat­tet werden.
  • Neben dem sich eben­falls wei­ter ver­schär­fen­den Preis­druck füh­ren die­se Kos­ten dazu, dass Unter­neh­men ihre Pro­duk­ti­ons­pro­zes­se ver­schlan­ken und ihr Pro­dukt­port­fo­lio ver­rin­gern müssen.
  • Gene­ri­ka- und Bio­si­mi­lar­un­ter­neh­men decken 78 % des ambu­lan­ten Arz­nei­mit­tel­be­darfs der gesetz­lich Kran­ken­ver­si­cher­ten und das zu ledig­lich 8,3 % der Aus­ga­ben der Kran­ken­kas­sen für Arzneimittelhersteller.

Seit Jah­ren stei­gen die Aus­ga­ben der Gene­rikaun­ter­neh­men für regu­la­to­ri­sche Maß­nah­men. Die­se Kos­ten kön­nen wegen der gesetz­li­chen Preis­re­gu­lie­rungs­me­cha­nis­men, die Preis­er­hö­hun­gen im Wesent­li­chen aus­schlie­ßen, nur durch eine rigo­ro­se Über­prü­fung der Pro­duk­ti­ons­pro­zes­se auf Ein­spar­po­ten­zia­le und durch eine Kon­zen­tra­ti­on des Pro­dukt­port­fo­li­os auf wirt­schaft­lich her­stell­ba­re Arz­nei­mit­tel auf­ge­fan­gen wer­den. Damit aber ver­rin­gert sich die Zahl der Anbie­ter pro Wirk­stoff kon­ti­nu­ier­lich, was Risi­ken für die Ver­sor­gungs­si­cher­heit schafft. Dabei sind die Gene­rikaun­ter­neh­men mit Tages­the­ra­pie­kos­ten von durch­schnitt­lich rund 5 Euro­cent die Garan­ten dafür, dass das Ver­spre­chen des deut­schen Gesund­heits­sys­tems, jedem Pati­en­ten Zugang zu moder­nen und bezahl­ba­ren Arz­nei­mit­tel­the­ra­pien zu ermög­li­chen, ein­ge­löst wer­den kann.

Um die­se Auf­ga­be wei­ter­hin schul­tern zu kön­nen, plä­die­ren wir dafür, alle neu­en regu­la­to­ri­schen Maß­nah­men vor ihrer Ein­füh­rung inten­siv auf einen adäqua­ten Pati­en­ten­nut­zen zu über­prü­fen und die regu­la­to­ri­schen Mehr­kos­ten der Unter­neh­men künf­tig im Fest­be­trags­sys­tem abzubilden.

[1] http://bogin.nl/Cost Eva­lua­ti­on Fal­si­fied Medi­ci­nes Directive

https://stage.progenerika.de/app/uploads/2020/09/Zahl-des-Monats-Maerz_30-Mio.pdf