Zahl des Monats  93,7 Prozent  Juni 2019 

Ein Groß­teil der Pati­en­ten, die unter Volks­krank­hei­ten lei­den, wird heu­te mit einem Gene­ri­kum behandelt. 

Das gilt für Betrof­fe­ne von Blut­hoch­druck, Dia­be­tes und Depres­sio­nen – aber auch für Pati­en­ten, die vom Arzt ein Schmerz­mit­tel (Analge­ti­kum) ver­schrie­ben bekom­men. In aller Regel erhal­ten sie nicht ein Ori­gi­nal, son­dern ein wirk­stoff­glei­ches, aber güns­ti­ge­res, Produkt.

  • 93,7 Pro­zent der im Jahr 2018 in Deutsch­land ärzt­lich ver­ord­ne­ten, von der Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on (WHO) als Schmerz­mit­tel klas­si­fi­zier­ten, Wirk­stof­fe waren Generika.
  • In 2018 wur­de ins­ge­samt 56.376.242-mal ein Schmerz­mit­tel verordnet.
  • Analge­ti­ka waren die absatz­stärks­te Arz­nei­mit­tel­grup­pe im Apo­the­ken­markt im ers­ten Quar­tal 2019.

Im Bereich der Schmerz­mit­tel ist in den ver­gan­ge­nen 20 Jah­ren der Anteil der Opio­id­an­alge­ti­ka – also der Arz­nei­mit­tel, die eine schmerz­dämp­fen­de Wir­kung an den soge­nann­ten Opio­id-Rezep­to­ren besit­zen – ste­tig gestie­gen. Schon jetzt wer­den sie dop­pelt so oft ver­ord­net wie die nichtopio­iden Schmerz­mit­tel.  Opio­id­an­alge­ti­ka wer­den in der Schmerz­be­hand­lung ein­ge­setzt, wenn schwä­che­re Mit­tel nicht mehr aus­rei­chend wirk­sam sind. Nichtopio­ide Schmerz­mit­tel sind in Tei­len (z.B. Ace­tyl­sa­li­cyl­säu­re und Par­acet­amol) rezept­frei und wer­den nur in Aus­nah­me­fäl­len zu Las­ten der Gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung verschrieben.

Die Zah­len zei­gen, dass gene­ri­sche Analge­ti­ka an der Behand­lung von Schmerz­pa­ti­en­ten einen beträcht­li­chen Anteil haben und eine tra­gen­de Säu­le der Ver­sor­gung dar­stel­len. Das gilt zum einen für die ärzt­lich ver­ord­ne­ten Arz­nei­mit­tel – also die gegen mitt­le­re oder star­ke Schmer­zen. Es gilt aber auch für nicht ver­schrei­bungs­pflich­ti­ge Prä­pa­ra­te, bei den Pati­en­ten als Selbst­zah­ler meist das güns­ti­ge Gene­ri­kum wählen.

Betrach­tet man die ähn­li­che Markt­si­tua­ti­on bei der Arz­nei­mit­tel­the­ra­pie ande­rer Volks­lei­den, wird deut­lich, wie viel Geld das Gesund­heits­sys­tem durch Gene­ri­ka spart. Geld, das an ande­rer Stel­le – etwa bei sel­te­ne­ren Krank­hei­ten – für die Pati­en­ten ver­wen­det wer­den kann.

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