Zahl des Monats  52  Sep­tem­ber 2016 

52 Pro­zent der in den ers­ten acht Mona­ten 2016 aus­ge­schrie­be­nen Rabatt­ver­trags­lo­se zie­len auf einen exklu­si­ven Rabatt­ver­trag mit nur einem ein­zi­gen Her­stel­ler ab.

  • Für den Groß­teil des Gene­ri­ka­mark­tes bestehen Rabattverträge.
  • Die Kran­ken­kas­sen ent­schei­den eigen­ver­ant­wort­lich, ob sie für einen Wirk­stoff Rabatt­ver­trä­ge exklu­siv mit einem ein­zi­gen Her­stel­ler oder mit meh­re­ren Unter­neh­men schließen.
  • In den ers­ten acht Mona­ten set­zen die Kran­ken­kas­sen in 52 Pro­zent der aus­ge­schrie­be­nen Rabatt­ver­trags­lo­se auf Rabatt­ver­trä­ge mit aus­schließ­lich einem ein­zi­gen Unternehmen.

Insight Health hat die in den ers­ten acht Mona­ten von den Kran­ken­kas­sen aus­ge­schrie­be­nen Rabatt­ver­trags­lo­se ana­ly­siert: Für 609 der aus­ge­schrie­be­nen Fach­lo­se war der Ver­trags­schluss mit zwei bis drei Unter­neh­men –  eine soge­nann­te Mehr­fach­ver­ga­be – geplant. Bei 680 der aus­ge­schrie­be­nen Fach­lo­se set­zen die Kran­ken­kas­sen auf exklu­si­ve Rabatt­ver­trä­ge. Das sind 52 Pro­zent aller Fach­lo­se, bei denen nur ein Unter­neh­men pro Los mit der Ver­sor­gung der Pati­en­ten beauf­tragt wer­den soll.*

Damit ist jeder zwei­te Rabatt­ver­trag nicht gegen nega­ti­ve Aus­wir­kun­gen von Lie­fer­eng­päs­sen auf die Pati­en­ten­ver­sor­gung abge­si­chert. Denn fällt ein exklu­si­ver Rabatt­ver­trags­part­ner aus, setzt die­ser Lie­fer­eng­pass oft eine Kas­ka­de in Gang, die für die Pati­en­ten wie auch die Part­ner der Lie­fer­ket­te, Gene­rikaun­ter­neh­men, Apo­the­ken und Groß­händ­ler, zu erheb­li­chen Pro­ble­men und Mehr­auf­wand führt.

Die Mehr­fach­ver­ga­be hat dage­gen den Vor­teil, dass bei Lie­fer­eng­päs­sen eines Her­stel­lers die wei­te­ren Rabatt­ver­trags­part­ner ein­sprin­gen und die Ver­sor­gung der Pati­en­ten über­neh­men kön­nen. Der Groß­han­del bleibt lie­fer­fä­hig und die Apo­the­ke kann die Pati­en­ten mit Rabatt­ver­trags­pro­duk­ten ver­sor­gen – ohne den gesam­ten büro­kra­ti­schen Auf­wand von Doku­men­ta­ti­ons­pflich­ten und die dro­hen­den Reta­xa­tio­nen der Kran­ken­kas­sen auf Grund von Lie­fer­eng­päs­sen fürch­ten zu müs­sen. Selbst die Kran­ken­kas­sen pro­fi­tie­ren von der Mehr­fach­ver­ga­be: durch eine siche­re­re Ver­sor­gung der Pati­en­ten und  durch höhe­re Umset­zungs­quo­ten bei den Rabattverträgen.

Eine gene­rel­le Mehr­fach­ver­ga­be bei Rabatt­ver­trä­gen hat daher Vor­tei­le für den Pati­en­ten und alle an der Ver­sor­gung betei­lig­ten Sta­ke­hol­der. Daher soll­ten Kran­ken­kas­sen Gene­ri­ka­ra­batt­ver­trä­ge gene­rell mit mehr als nur einem Unter­neh­men abschließen.

* Nicht in die Aus­wer­tung mit auf­ge­nom­men wur­den Fach­lo­se, bei denen aus den Aus­schrei­bungs­un­ter­la­gen nicht ein­deu­tig erkenn­bar war, mit wie vie­len Unter­neh­men pro Fach­los Rabatt­ver­trä­ge abge­schlos­sen wer­den soll­ten und die soge­nann­ten Open-House-Ausschreibungen.

https://stage.progenerika.de/app/uploads/2020/09/Zahl-des-Monats-September_52-Prozent.pdf