Zahl des Monats  93  Juni 2016 

93 Pro­zent aller in euro­päi­schen Kran­ken­häu­sern* abge­ge­be­nen Gene­ri­ka kos­ten weni­ger als 1 Euro.

  • Gene­ri­ka haben in Euro­pa bei der Pati­en­ten­ver­sor­gung in Kran­ken­häu­sern einen sehr hohen Stellenwert.
  • Der Kos­ten­druck auf Gene­ri­ka ist auch in den euro­päi­schen Kran­ken­häu­sern hoch, denn 93 Pro­zent der dort abge­ge­be­nen Gene­ri­ka kos­ten weni­ger als 1 Euro.
  • Die Ver­sor­gungs­si­cher­heit der Pati­en­ten ist das obers­te Ziel, auf das auch das Ein­kaufs­ver­hal­ten der Kran­ken­häu­ser abzie­len muss.

In einer aktu­el­len Ana­ly­se hat IMS HEALTH die Gene­ri­ka­ver­sor­gung in Kran­ken­häu­sern in 22 euro­päi­schen Län­dern unter­sucht. Ein Ergeb­nis ist, dass im Jahr 2015 in den unter­such­ten Kran­ken­häu­sern ins­ge­samt über 15 Mil­li­ar­den gene­ri­sche Stan­dard Units abge­ge­ben wur­den. Eine Stan­dard Unit umfasst die durch­schnitt­lich ver­ab­reich­te Men­ge eines Arz­nei­mit­tels bezo­gen auf des­sen Dar­rei­chungs­form. Der Umsatz dafür betrug ledig­lich rund 7,5 Mil­li­ar­den Euro.

Der Kos­ten­druck auf Gene­ri­ka ist auch in Kran­ken­häu­sern immens: 93 Pro­zent aller ver­ord­ne­ten Gene­ri­ka kos­ten weni­ger als 1 Euro. Die Grün­de für den Kos­ten­druck sind viel­fäl­tig. Star­ker Wett­be­werb, gebün­del­te Nach­fra­ge­macht gro­ßer Ein­kaufs­ge­mein­schaf­ten der Kran­ken­häu­ser und Aus­schrei­bun­gen sind nur eini­ge Aspek­te. Es ist daher wenig über­ra­schend, dass Arz­nei­mit­tel­eng­päs­se neben dem Gene­ri­ka-Rabatt­ver­trags­markt vor allem im Kli­nik­be­reich ver­stärkt vorkommen.

Umso wich­ti­ger ist, dass der Kos­ten­druck nicht zulas­ten der Ver­sor­gungs­si­cher­heit geht. Daher ist es not­wen­dig, dass Kran­ken­häu­ser den Gene­rikaun­ter­neh­men Pla­nungs­si­cher­heit geben. Dazu gehö­ren früh­zei­ti­ge Lie­fer­ver­trä­ge, fai­re Vor­lauf­zei­ten und kon­kret ver­ein­bar­te und ein­ge­hal­te­ne Abnah­me­men­gen. Zudem muss vor allem die Arz­nei­mit­tel­preis­ge­stal­tung für die Kli­ni­ken wie für die Her­stel­ler wirt­schaft­lich sein. Dies sind Vor­aus­set­zun­gen, damit Unter­neh­men eine best­mög­li­che Lie­fer­si­cher­heit garan­tie­ren kön­nen. Nicht zuletzt ist eine gegen­sei­ti­ge Infor­ma­ti­on der Ver­trags­part­ner bei Lie­fer­eng­päs­sen wich­tig. Die Berück­sich­ti­gung die­ser Punk­te, die für alle Part­ner von Vor­teil sind, wür­de die gemein­sa­men Anstren­gun­gen für eine nach­hal­ti­ge und siche­re Arz­nei­mit­tel­ver­sor­gung der Pati­en­ten unterstützen.

* in der Ana­ly­se berück­sich­tig­te Län­der:
AT, B, BG, CH, CZ, D, DK, E, FIN, FR, GB, IRL, IT, NL, N, PL, P, RO, RUS, S, SK

Quel­le: Vor­trag IMS HEALTH (Midas 2015) auf der Annu­al Con­fe­rence der Medi­ci­nes for Euro­pe 2016

https://stage.progenerika.de/app/uploads/2020/10/Zahl-des-Monats-Juni_93-Prozent.pdf