Zahl des Monats  4 / 59  Febru­ar 2016 

In der aktu­el­len Rabatt­ver­trags­aus­schrei­bung der AOK sol­len ledig­lich 4 von 59 aus­ge­schrie­be­nen Fach­lo­sen an mehr als einen Ver­trags­part­ner ver­ge­ben werden.

  • Die AOK Baden-Würt­tem­berg hat für die gesam­te AOK-Gemein­schaft eine neue Aus­schrei­bungs­run­de für Gene­ri­ka-Rabatt­ver­trä­ge mit ins­ge­samt 59 Fach­lo­sen gestartet.
  • Für 55 die­ser Fach­lo­se beab­sich­tigt die Kran­ken­kas­se, ledig­lich ein Unter­neh­men pro Wirk­stoff unter Ver­trag zu neh­men, nur bei 4 Fach­lo­sen wer­den meh­re­re Unter­neh­men zur Ver­sor­gung zugelassen.
  • Gera­de die Mehr­fach­ver­ga­be von Rabatt­ver­trä­gen aber bie­tet die Mög­lich­keit, die Ver­sor­gung der Pati­en­ten auf meh­re­re Schul­tern zu ver­tei­len und Lie­fer­aus­fäl­le bes­ser aufzufangen.

Kran­ken­kas­sen haben die Mög­lich­keit, Rabatt­ver­trä­ge pro Wirk­stoff mit einem ein­zi­gen Unter­neh­men zu schlie­ßen oder aber als Mehr­fach­ver­ga­be meh­re­re Unter­neh­men an der Ver­sor­gung ihrer Ver­si­cher­ten zu betei­li­gen. Die Mehr­fach­ver­ga­be hat den erkenn­ba­ren Vor­teil, dass sich dann die Ver­ant­wor­tung für die Ver­sor­gung der Pati­en­ten auf meh­re­re Schul­tern ver­teilt.
Grund­sätz­lich scheint die AOK Baden-Würt­tem­berg dies auch erkannt zu haben. In einer aktu­el­len Pres­se­mit­tei­lung kon­sta­tiert sie, dass sie mit Mehr­fach­ver­ga­ben „in punc­to Lie­fer­fä­hig­keit abso­lut auf Num­mer sicher“ gehe.
Die neue Aus­schrei­bung spricht aller­dings eine ande­re Spra­che. Hier wer­den für gera­de ein­mal 4 von ins­ge­samt 59 Fach­lo­sen mehr als nur ein Ver­trags­part­ner gesucht. 

Selbst für ver­sor­gungs­kri­ti­sche Arz­nei­mit­tel wie Anti­bio­ti­ka, Psy­cho­phar­ma­ka und Prä­pa­ra­te zur HIV-Behand­lung soll in der aktu­el­len AOK-Aus­schrei­bung die gesam­te Ver­ant­wor­tung für die Ver­sor­gung aus­schließ­lich einem ein­zel­nen Unter­neh­men über­tra­gen wer­den – mit den bekann­ten Risi­ken im Fal­le einer Lie­fer­un­fä­hig­keit die­ses Unter­neh­mens. Denn wer­den Gene­rikaun­ter­neh­men von der Ver­sor­gung aus­ge­schlos­sen, müs­sen sie ihre Pro­duk­ti­on ent­spre­chend anpas­sen.
Alle Markt­teil­neh­mer – Unter­neh­men, Groß­händ­ler, Apo­the­ken, Kran­ken­kas­sen – stre­ben eine rei­bungs­lo­se Ver­sor­gung der Pati­en­ten mit Arz­nei­mit­teln an. 

Wenn es Chan­cen gibt, Arz­nei­mit­tel­eng­päs­sen vor­zu­beu­gen, soll­ten die­se genutzt wer­den. Die Mehr­fach­ver­ga­be ist eine sol­che Chan­ce: Kran­ken­kas­sen gewähr­leis­ten ihren Ver­si­cher­ten eine best­mög­li­che Ver­sor­gungs­si­cher­heit mit Arz­nei­mit­teln und Apo­the­ker kön­nen im Fal­le einer Lie­fer­un­fä­hig­keit Pati­en­ten rei­bungs­los mit einem ande­ren Prä­pa­rat ver­sor­gen, da von vorn­her­ein meh­re­re Unter­neh­men an der Ver­sor­gung betei­ligt sind.

https://stage.progenerika.de/app/uploads/2020/10/Zahl-des-Monats-Februar_4-aus-59.pdf