Zahl des Monats  14  Dezem­ber 2016 

Die Aus­ga­ben der GKV für Krebs­the­ra­peu­ti­ka in Zube­rei­tun­gen betra­gen nach Lis­ten­preis pro Jahr 2,1 Mrd. Euro. Davon ent­fal­len aber weni­ger als 14 Pro­zent, also ca. 290 Mio. Euro, auf gene­ri­sche Zytostatika.

  • Vie­le Krebs­me­di­ka­men­te wer­den erst auf Ver­ord­nung des Arz­tes direkt in der Apo­the­ke zube­rei­tet, bevor sie dem Pati­en­ten ver­ab­reicht wer­den können.
  • Ins­ge­samt wer­den onko­lo­gi­sche Zube­rei­tun­gen im Wert von 2,1 Mrd. Euro pro Jahr ver­ord­net – davon ent­fal­len 290 Mio. Euro auf Gene­ri­ka in Zubereitungen.
  • Somit haben gene­ri­sche onko­lo­gi­sche Zube­rei­tun­gen ledig­lich einen Anteil von knapp 14 Pro­zent an den Aus­ga­ben der Kas­sen, aller­dings haben sie einen Anteil an der Ver­sor­gung (Absatz) von 34 Prozent.

In dem Markt der patent­frei­en par­en­te­ra­len Zube­rei­tun­gen fin­den sich 47 ver­sor­gungs­kri­ti­sche Wirk­stof­fe. Bei mehr als der Hälf­te die­ser Sub­stan­zen gibt es nur noch vier oder weni­ger Anbieter.

In die­sem damit ohne­hin auf weni­ge Anbie­ter stark ver­eng­ten Markt­seg­ment, sind durch Aus­schrei­bun­gen kaum Wirt­schaft­lich­keits­re­ser­ven zu heben. Dar­auf wei­sen auch die Kran­ken­kas­sen in ihren Stel­lung­nah­men zum Arz­nei­mit­tel­ver­sor­gungs­stär­kungs­ge­setz selbst hin.

Dafür ver­schärft sich aber im umge­kehr­ten Ver­hält­nis zum ange­streb­ten Ziel von Ein­spa­run­gen die Gefahr von Eng­päs­sen. Denn bereits jetzt besteht bei einem erheb­li­chen Teil der Sub­stan­zen eine deut­li­che Markt­ver­en­gung auf­grund der Kom­ple­xi­tät die­ser Arz­nei­mit­tel, für deren Pro­duk­ti­on der Her­stel­ler spe­zi­el­les Know-how und eine geeig­ne­te Infra­struk­tur benö­tigt sowie des ins­ge­samt sehr nied­ri­gen Preis­ni­veaus auf Ebe­ne der Her­stel­ler. Zu die­ser Markt­ver­en­gung kommt aber durch die Aus­schrei­bung eine künst­lich erzeug­te Kon­zen­tra­ti­on hin­zu, wenn nur ein Her­stel­ler die Ver­sor­gung mit einem Wirk­stoff sicher­stel­len muss.

Die Hilfs­ta­xe hat sich bis­her als Instru­ment erwie­sen, die­sem spe­zi­el­len Bereich der Arz­nei­mit­tel­ver­sor­gung einen geeig­ne­ten Rah­men zu geben. Daher gilt es jetzt, die Hilfs­ta­xe gemein­sam intel­li­gent wei­ter zu ent­wi­ckeln. Obers­tes Ziel muss es dabei sein, best­mög­li­che Ver­sor­gungs­si­cher­heit für die Pati­en­ten zu gewähr­leis­ten. Rabatt­ver­trä­ge für ver­sor­gungs­kri­ti­sche Arz­nei­mit­tel wie es Zyto­sta­ti­ka sind, sind defi­ni­tiv der fal­sche Weg.

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