Zahl des Monats  “0” April 2016 

Der GKV-Spit­zen­ver­band senkt erneut die Fest­be­trä­ge bei vie­len Arz­nei­mit­teln stark ab. 

Dabei miss­ach­tet er erneut die gesetz­ge­be­ri­sche Vor­ga­be, dass auch nach der Absen­kung der Fest­be­trä­ge genü­gend Arz­nei­mit­tel zur Ver­fü­gung ste­hen sol­len, zu denen die Ver­si­cher­ten kei­ne Zuzah­lun­gen leis­ten müssen.

  • In der Grup­pe mit Wirk­stof­fen zur Behand­lung von Asth­ma, COPD und chro­ni­scher Bron­chi­tis (Beta-2-Sym­pa­tho­mime­ti­ka) senkt der GKV-Spit­zen­ver­band die Fest­be­trä­ge und damit ein­her­ge­hend die Zuzah­lungs­be­frei­ungs­gren­zen stark ab.
  • Aktu­ell ste­hen für Pati­en­ten in die­ser Grup­pe fünf zuzah­lungs­be­frei­te Arz­nei­mit­tel zur Ver­fü­gung. Senkt der GKV-Spit­zen­ver­band die Zuzah­lungs­be­frei­ungs­gren­zen wie geplant ab, wird bei die­sen Wirk­stof­fen nach aktu­el­lem Stand nicht ein ein­zi­ges Arz­nei­mit­tel mehr zuzah­lungs­be­freit sein.
  • Der Gesetz­ge­ber schreibt aber klar vor, „dass auch nach der Anpas­sung eine hin­rei­chen­de Ver­sor­gung mit Arz­nei­mit­teln ohne Zuzah­lung gewähr­leis­tet wer­den“ soll.

Der GKV-Spit­zen­ver­band über­prüft die Fest­be­trä­ge, also den Betrag, den die Kran­ken­kas­sen unab­hän­gig von den rea­len Kos­ten eines Arz­nei­mit­tels erstat­ten, min­des­tens ein­mal jähr­lich. Aktu­ell plant er, die Fest­be­trä­ge für elf Fest­be­trags­grup­pen anzu­pas­sen – was im Regel­fall ein Absen­ken bedeu­tet. Der Gesetz­ge­ber hat  aller­dings bestimm­te Kri­te­ri­en defi­niert, die der GKV-Spit­zen­ver­band bei einer Anpas­sung berück­sich­ti­gen soll.

Dies zeigt auch das aktu­el­le Bei­spiel: Ste­hen bei den  Beta-2-Sym­pa­tho­mime­ti­ka bis­her fünf zuzah­lungs­be­frei­te Arz­nei­mit­tel zur Ver­fü­gung, sind es nach der geplan­ten Absen­kung 0 Arz­nei­mit­tel. Eine hin­rei­chen­de Ver­sor­gung mit zuzah­lungs­be­frei­ten Arz­nei­mit­teln sieht erkenn­bar anders aus.

Zudem wis­sen die Ver­si­cher­ten oft nicht, dass bei vie­len Arz­nei­mit­teln der vom GKV-Spit­zen­ver­band bestimm­te Fest­be­trag ohne­hin nur weni­ge Euro oder sogar nur eini­ge Cent beträgt und die Pati­en­ten­zu­zah­lung den Lis­ten­preis des Her­stel­lers dann um ein Viel­fa­ches über­steigt. Die Kran­ken­kas­sen machen auf die­se Wei­se mit den Zuzah­lun­gen der Pati­en­ten ein gutes Geschäft. Das aber war nicht das Ziel der gesetz­li­chen Regelungen.

https://stage.progenerika.de/app/uploads/2020/10/Zahl-des-Monats-April-2016_0.pdf