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Arz­nei­mit­tel­pro­duk­ti­on: Kön­nen Ver­ga­be­kri­te­ri­en helfen?

spec­trumK und Pro Gene­ri­ka star­ten Dia­log mit gemein­sa­mem Work­shop – Indus­trie und Kas­sen begrü­ßen Engagement

Das ent­schei­den­de Kri­te­ri­um bei der Her­stel­lung von Arz­nei­mit­teln ist die Qua­li­tät des End­pro­duk­tes. Für Umwelt­aspek­te bei der Wirk­stoff­pro­duk­ti­on exis­tie­ren bis­lang noch kei­ne euro­päi­schen oder welt­wei­ten Stan­dards. Medi­en­be­rich­te über Umwelt­be­las­tun­gen bei der Arz­nei­mit­tel­pro­duk­ti­on in Nicht-EU-Län­dern haben das The­ma Umwelt­schutz in die­sem Bereich stär­ker in den Fokus der Öffent­lich­keit gerückt. Zusam­men mit Pro Gene­ri­ka, dem Ver­band der Gene­ri­ka- und Bio­si­mi­lar­un­ter­neh­men in Deutsch­land, hat spec­trumK daher einen Work­shop mit Ver­tre­tern von Kran­ken­kas­sen und Gene­ri­ka­her­stel­lern durch­ge­führt. Im Mit­tel­punkt der Erör­te­rung stan­den mög­li­che Nach­hal­tig­keits­kri­te­ri­en für Ver­ga­be­ver­fah­ren zu Arzneimittelrabattvereinbarungen. 

Die Her­stel­lung von Arz­nei­mit­teln erfolgt in meh­re­ren Schrit­ten in einem glo­ba­len Pro­zess. Vie­le Wirk­stof­fe wer­den mitt­ler­wei­le in asia­ti­schen Län­dern pro­du­ziert. Medi­en­be­rich­te über Umwelt­ver­schmut­zun­gen in die­sen Regio­nen als Fol­ge davon haben in den letz­ten Jah­ren immer wie­der Auf­merk­sam­keit erregt. Man­cher­orts nied­ri­ge­re öko­lo­gi­sche Stan­dards als in der EU, aber auch die Nicht­ein­hal­tung oder man­geln­de Kon­trol­le von Umwelt­vor­ga­ben, wur­den häu­fig als Ursa­che ange­führt. Eini­ge Flüs­se wer­den durch die Abwäs­ser stark belas­tet. Beson­ders bei der Pro­duk­ti­on von Anti­bio­ti­ka­wirk­stof­fen besteht dann ein Risi­ko der Resis­tenz­bil­dung, soll­ten wirk­sa­me Emis­sio­nen in die Natur gelan­gen. Schutz­maß­nah­men an die­ser Stel­le schüt­zen gleich­zei­tig die Umwelt und erhal­ten die Wirk­sam­keit von Antibiotika.

„Wir sehen es als wich­ti­gen Schritt an, den Dia­log über mehr Nach­hal­tig­keit in der Arz­nei­mit­tel­pro­duk­ti­on zu initi­ie­ren. Dabei sind nicht nur die Her­stel­ler gefragt, son­dern alle Akteu­re des Gesund­heits­we­sens. Dazu gehö­ren auch die gesetz­li­chen Kran­ken­kas­sen“, erläu­tert Yves Rawi­el, Geschäfts­füh­rer von spec­trumK, die Idee zu dem Work­shop. „Wir sehen es als unse­re Auf­ga­be an, unse­ren Kun­den, Gesell­schaf­tern und Part­nern die­sen Gesprächs­ka­nal zu ermög­li­chen. Grund­sätz­lich ste­hen wir Maß­nah­men, die zu bes­se­rem Umwelt­schutz füh­ren und damit auch gesund­heits­för­dernd sind, posi­tiv gegen­über“, so Rawi­el weiter.

Der Work­shop ver­deut­lich­te die ver­schie­de­nen Schrit­te der kom­ple­xen Lie­fer­ket­te für die Arz­nei­mit­tel­her­stel­lung. Die am Pro­zess betei­lig­ten Unter­neh­men agie­ren welt­weit, was die Ein­heit­lich­keit von Stan­dards bzw. deren wirk­sa­me Umset­zung erschwert. Die Teil­neh­me­rin­nen und Teil­neh­mer des Work­shops begrüß­ten die Idee und das Enga­ge­ment, sich gemein­sam den bestehen­den Pro­ble­men zu nähern. Bork Brett­hau­er, Geschäfts­füh­rer von Pro Gene­ri­ka, sieht in dem Start des Dia­logs eben­falls gro­ße Chan­cen: „Unse­re Mit­glieds­un­ter­neh­men hal­ten die jeweils vor Ort gel­ten­den Umwelt­stan­dards ein. Vie­le gehen noch dar­über hin­aus und haben wei­te­re Maß­nah­men der Lie­fe­ran­ten­kon­trol­le imple­men­tiert. Wir begrü­ßen daher auch den Dia­log mit den Kran­ken­kas­sen über mög­li­che Nach­hal­tig­keits­kri­te­ri­en in ihren Arz­nei­mit­tel-Aus­schrei­bun­gen. Uns eint der Gedan­ke, gemein­sam danach zu suchen, wie man Wirt­schaft­lich­keit und Nach­hal­tig­keit in Ein­klang brin­gen kann.“

Auch die Ver­tre­te­rin­nen und Ver­tre­ter der gesetz­li­chen Kran­ken­kas­sen teil­ten die Über­zeu­gung, dass nur durch den Aus­tausch unter­ein­an­der Pro­ble­me iden­ti­fi­ziert und Lösun­gen gefun­den wer­den kön­nen. Es sei nach­voll­zieh­bar, dass das The­ma aus ver­schie­de­nen Blick­win­keln betrach­tet wer­de, doch nur das offe­ne Gespräch mit­ein­an­der kön­ne mög­li­che Lösungs­ho­ri­zon­te auf­zei­gen, so die Stim­mungs­la­ge nach dem Workshop.

Alle am Work­shop Betei­lig­ten ver­si­cher­ten gro­ßes Inter­es­se dar­an, die­ses Gespräch weiterzuführen.

https://stage.progenerika.de/app/uploads/2020/09/PM-13.3.2019_spectrum-K_Pro-Generika.pdf

13.03.2019