Presse

BfArM-Jour Fixe macht gro­ßen Schritt gegen Engpässe

Lie­fer­eng­päs­se sind der­zeit die größ­te Beein­träch­ti­gung von Apo­the­kern, Arz­nei­mit­tel­her­stel­lern und vor allem Pati­en­ten. Jetzt hat der Jour Fixe „Lie­fer- und Ver­sor­gungs­eng­päs­se bei Arz­nei­mit­teln“ beim Bun­des­amt für Arz­nei­mit­tel und Medi­zin­pro­duk­te (BfArM) einen wei­te­ren Schritt gemacht, um die Pro­ble­me – vor allem auch im Bereich der Kli­ni­ken – zu entschärfen.

Gemein­sam haben die Teil­neh­mer des Jour Fixes Emp­feh­lun­gen erar­bei­tet, die in den Ver­trä­gen zwi­schen Her­stel­lern und Kran­ken­haus­apo­the­ken bzw. den kran­ken­haus­ver­sor­gen­den Apo­the­ken berück­sich­tigt wer­den – und so die Ver­sor­gung von Kran­ken­haus­pa­ti­en­ten ver­bes­sern sollen.

Im Wesent­li­chen geht es um fol­gen­de Faktoren:

  • Die phar­ma­zeu­ti­schen Unter­neh­men erhal­ten eine Abnah­me-Gewähr­leis­tung – das heißt, dass ihnen die Kli­ni­kapo­the­ken ver­trag­lich ver­ein­bar­te Men­gen auch tat­säch­lich abneh­men. Das macht eine siche­re­re Pro­duk­ti­ons­pla­nung möglich.
  • Außer­dem soll sich in den ver­ein­bar­ten Prei­sen wider­spie­geln, wenn ein Her­stel­ler beson­de­re Vor­keh­run­gen für sei­ne Lie­fer­fä­hig­keit trifft und etwa abge­trenn­te Lager­ka­pa­zi­tä­ten für bestimm­te Käu­fer vor­hält oder meh­re­re Wirk­stoff­quel­len für ein­zel­ne Pro­duk­te her­an­zieht. Mit die­sen Emp­feh­lun­gen wird dar­ge­stellt, dass ein Mehr an Lie­fer­si­cher­heit auch ein Mehr an finan­zi­el­len Auf­wand erfordert.
  • Auch sol­len Ver­trä­ge für min­des­tens zwölf Mona­te mit einem Vor­lauf von wenigs­tens sechs Mona­ten abge­schlos­sen wer­den. Auf die­se Wei­se erhal­ten Unter­neh­men die Pla­nungs­si­cher­heit, die sie zur Eta­blie­rung einer robus­ten Lie­fer­ket­te brauchen.

Die Emp­feh­lun­gen wur­den lang und inten­siv dis­ku­tiert und sol­len vor allem für ver­sor­gungs­re­le­van­te Arz­nei­mit­tel gel­ten – also für Wirk­stof­fe ohne gleich­wer­ti­ge Alter­na­ti­ve, bei deren Feh­len sich die Pro­gno­se eines Pati­en­ten ver­schlech­tert und die er inner­halb von 24 Stun­den benö­tigt. Auch wenn die Emp­feh­lun­gen kei­ne Rechts­wir­kung haben, will der Jour Fixe nach­hal­ten, inwie­weit die Kri­te­ri­en selbst zu einer Ver­bes­se­rung der Situa­ti­on im Kli­nik­ge­schäft beitragen.

Schon im Früh­jahr hat­te das BfArM die Mel­de­ver­fah­ren für Lie­fer­eng­päs­se umfas­send umge­stellt und mit einer neu­en Daten­bank die Pro­zes­se für mel­den­de Fir­men und Öffent­lich­keit wesent­lich ver­bes­sert.  Die Ver­pflich­tung der Phar­ma­zeu­ti­schen Indus­trie, Lie­fer­eng­päs­se bei ver­sor­gungs­re­le­van­ten Wirk­stof­fen an die Bun­des­ober­be­hör­den zu mel­den, war ein Ergeb­nis des ers­ten Phar­ma­dia­lo­ges. Die Ver­pflich­tung bezieht sich auf die Wirk­stoff­lis­ten, die das BfArM ver­öf­fent­licht und die auf der Grund­la­ge der Emp­feh­lun­gen der medi­zi­ni­schen Fach­ge­sell­schaf­ten und der WHO zusam­men­ge­stellt wur­den. Auf Hin­weis des Jour Fixes betrifft die­se Selbst­ver­pflich­tung beson­ders die­je­ni­gen Arz­nei­mit­tel, bei denen es bereits zu einer Markt­ver­en­gung gekom­men ist.

Die „Emp­feh­lun­gen des Jour Fixe zu Lie­fer- und Ver­sor­gungs­eng­päs­sen zur Ver­trags­ge­stal­tung zwi­schen Betrei­bern von Kran­ken­haus­apo­the­ken / kran­ken­haus­ver­sor­gen­den Apo­the­ken und phar­ma­zeu­ti­schen Unter­neh­men mit dem Ziel einer Ver­bes­se­rung der Lie­fer­fä­hig­keit ver­sor­gungs­re­le­van­ter Arz­nei­mit­tel in Kli­ni­ken“ fin­den Sie online unter:
https://www.bfarm.de/DE/Arzneimittel/Arzneimittelzulassung/Arzneimittelinformationen/Lieferengpaesse/jourfixe/_node.html

9.10.2019

https://stage.progenerika.de/app/uploads/2020/09/PM-vom‑9.10.2019_BfArM-Jour-Fixe.pdf