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Gesetz­ent­wurf für mehr Sicher­heit in der Arz­nei­mit­tel­ver­sor­gung diskutiert

Heu­te fin­det im Gesund­heits­aus­schuss des Deut­schen Bun­des­tags die Anhö­rung zum Gesetz für mehr Sicher­heit in der Arz­nei­mit­tel­ver­sor­gung (GSAV) statt. Schon dem Namen nach soll das Gesetz die Ver­sor­gung in Deutsch­land mit moder­nen Arz­nei­mit­teln noch siche­rer machen. Hier­zu sagt Bork Brett­hau­er, Geschäfts­füh­rer von Pro Generika:

„Gut ist, dass der Gesetz­ge­ber die Koor­di­nie­rungs­funk­ti­on der zustän­di­gen Bun­des­ober­be­hör­den bei Arz­nei­mit­tel­rück­ru­fen stär­ken will. So sel­ten es – ange­sichts des hohen Stan­dards bei der Arz­nei­mit­tel­si­cher­heit – flä­chen­de­cken­de Rück­ru­fe von Arz­nei­mit­teln in Deutsch­land gibt, so sehr ist es in die­sen weni­gen Fäl­len wich­tig, dass die Koor­di­nie­rung aller Maß­nah­men dann in einer Hand liegt.

Dage­gen hat der Gesetz­ent­wurf noch nicht das rich­ti­ge Rezept zur Ver­hin­de­rung von Eng­päs­sen bei Arz­nei­mit­teln gefun­den. Wäh­rend in den letz­ten Jah­ren zahl­rei­che Maß­nah­men mit Erfolg ergrif­fen wor­den sind, um die Infor­ma­ti­ons­la­ge und das Manage­ment beim Auf­tre­ten von Eng­päs­sen zu ver­bes­sern, ist es jetzt höchs­te Zeit, an den Ursa­chen von Eng­päs­sen anzu­set­zen. Unter Exper­ten besteht längst Einig­keit, dass der Kos­ten­druck auf Gene­ri­ka eine wich­ti­ge Ursa­che für die zuneh­men­de Markt­ver­en­gung ist. Die­se wie­der­um lässt das Risi­ko von Eng­päs­sen deut­lich anstei­gen, weil der Lie­fer­aus­fall eines Unter­neh­mens oft nicht kurz­fris­tig von ande­ren Unter­neh­men auf­ge­fan­gen wer­den kann.

Ent­spre­chend for­dert auch der Bun­des­rat die Bun­des­re­gie­rung auf, z.B. bei Rabatt­ver­trä­gen den Kran­ken­kas­sen auf­zu­ge­ben, künf­tig mehr als nur einem Unter­neh­men die gesam­te Ver­ant­wor­tung für die Ver­sor­gung zu über­tra­gen. Dar­über hin­aus schlägt Pro Gene­ri­ka vor, Rabatt­ver­trä­ge für ver­sor­gungs­kri­ti­sche Gene­ri­ka ganz abzu­schaf­fen. Denn gera­de bei die­sen gab es in den ver­gan­ge­nen Jah­ren immer wie­der besorg­nis­er­re­gen­de Eng­päs­se. Zudem sind gera­de die­se Sub­stan­zen in der Ver­sor­gung der Pati­en­ten oft nicht zu ersetzen.

Schließ­lich soll­te bei Rabatt­ver­trä­gen immer dann ein vier­tes Unter­neh­men berück­sich­tigt wer­den, wenn es auf einen Wirk­stoff aus euro­päi­scher Pro­duk­ti­on zurück­greift. Das könn­te hel­fen, die noch vor­han­de­ne Wirk­stoff­pro­duk­ti­on in der EU zu halten.

Unse­re Vor­schlä­ge lie­gen auf dem Tisch. Und wir wer­ben mit allem Nach­druck dafür, die­se jetzt im GSAV auf­zu­grei­fen. Dann wür­de das Gesetz auch sei­nem Namen gerecht wer­den“, so Brett­hau­er abschließend.

10.04.2019

https://stage.progenerika.de/app/uploads/2020/09/PM-vom-10.4.2019_GSAV-Anhoerung.pdf